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Gänsehaut

Der Heiratsantrag

„Sag mir, was Du willst, dann kann ich Dir sagen, wer sich hier umsonst bemüht hat. Sprich mit mir! Sag mir hier laut und deutlich, was Du heute Morgen in mein Ohr geflüstert hast als Du geglaubt hast, ich schlafe.

Ja, ich habe es mitbekommen wie Du morgens um vier ohne Pariser in mich eingedrungen bist. Ich habe es gefühlt, wenn Du Dich ganz sachte in mir bewegt hast und wenn Du gekommen bist. Ich habe es gehört, wenn Du leise vor Dich hingemurmelt hast. Wie ein Mantra hast Du immer die selben Worte wiederholt. Immer wieder hast Du gesagt: Frau, ich will ein Kind von Dir und dann bist Du gekommen. Bevor Du wieder eingeschlafen bist, hast Du mich noch mal auf die Schulter geküßt und „Ich liebe Dich“ gemurmelt.

Und jetzt frage ich Dich ein letztes Mal: Willst Du, daß ein anderer Mann Dein Kind großzieht? Willst Du, daß ein anderer Mann mit mir schläft? Das ich seinen Name rufe, wenn es mir kommt? Willst Du, daß ein anderer Mann den Hintern anfaßt, den Du so gerne streichelst? Willst Du das? Sag mir was Du willst!“

Ich stehe da, im Rücken der Mann mit dem Porsche und dem Diamantring und vor mir mein Indianer. Groß und bullig stehst Du da aber mit hängenden Schultern und mit einem verzweifelten Gesichtsausdruck. Hinter meinem Rücken flippt der Porschemann aus aber ich beachte ihn gar nicht. Meine Beachtung gilt Dir. Wie Du Dich windest und drehst und Dir auf die Lippen beißt. Ich will mich schon wegdrehen als Du zu reden beginnst:

„Ich kann Dir nichts bieten. Ich bin nichts und ich hab nichts“.

Du läßt die Schultern hängen, siehst mich traurig an und nimmst meine Hände. Ganz langsam und sanft nimmst Du mich in den Arm und hälst hinter meinem Rücken meine Hände fest. Du siehst auf mich herab. Dein Mund streift mein Haar mit einem Kuß und ich spüre Deine Erregung. Du läßt meine Hände los, nimmst mein Gesicht in Deine großen schwieligen Hände und siehst mich mit traurigen Augen an. „Ich liebe Dich“ sagst Du und küßt mich tief und innig. „Dann sag es! Ich kann mich nur entscheiden wenn ich weiß was Du willst.“ Er läßt mich los, geht in die Knie und drückt sein Gesicht in meinen Schoß. Tief saugt er meinen Geruch ein ehe er mich ansieht. „Bitte heirate mich. Bitte bleib hier bei mir. Bitte. Ich liebe Dich, Frau.“ Seine Stirn schmiegt sich an meinen Bauch und meinen Hände liegen auf seinem Haupt. „Bitte steh auf.“ sage ich und langsam erhebst Du Dich aber mit keiner Bewegung läßt Du mich los. Du gleitest förmlich an mir hinauf. Hinter mir zerspringt eine Tasse an der Wand. Jemand schreit und tobt aber ich nehme es nicht wahr. Ich habe nur Augen für Dich. „Ja, ich will Dich heiraten. Ich liebe Dich und ich habe dieses Versteckspiel satt. Wenn Du zu mir stehst, dann heirate ich Dich.“ Hinter mir fällt mit lautem Krachen eine Tür ins Schloß. Du ziehst mich aufs Bett und wir liegen eine Weile still nebeneinander. Du starrst die Decke an und ich merke, wie es in Dir arbeitet. Daß Dir tausend Fragen auf der Zunge brennen aber keine über Deine Lippen will. Statt zu reden lieben wir uns das erste Mal als Mann und Frau. Du sprichst meinen Vornamen und Deinen Nachnamen aus und hörst in Dich hinein und offensichtlich gefällt Dir, was Du hörst. Mir gefällt es auch. Bauch an Rücken liegen wir aneinandergeschmiegt da und mein Kopf ruht auf Deinem Arm. Leise flüsterst Du mir Dein Mantra ins Ohr und dringst dabei ganz sachte in mich ein. Immer wieder bewegst Du Dich und murmelst dabei meinen Namen. Ganz leise und verhalten stöhnst Du auf und ergießt Dich in mir. Bewegungslos liege ich da, an Dich geschmiegt und so schlafen wir ein. Verklebt, verschweißt und ineinander verhakt.

6.9.06 16:48


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