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8.

Erschöpft aber gut Gelaunt kam ich an meiner Wohnung an. Beim Aufschließen erschrak ich zu Tode, als mir von hinten jemand einen Klapps auf den Po gab. Ich schrie vor Schreck auf. Als ich mich umdrehte, stand Kuno grinsend hinter mir. Ich fauchte in an. "Mein Gott, hast du mich erschreckt. Tu' so etwas nie wieder oder willst du an einem Herzinfarkt schuld sein?" Kuno lachte. "Das sagst gerade du. Du hast mich die ganze Woche schmoren lassen. Heute Mittag habe ich es dann nicht mehr ausgehalten und bin hierher gefahren. Und wer ist natürlich nicht zu Hause? Du! Warum hast du nicht einmal angerufen? Ich habe mir Sorgen gemacht!" Zwischenzeitlich hatte ich die Tür aufgeschlossen und ihn während seinem Redeschwall in die Wohnung gezogen. Die Nachbarn mußten ja nicht alles mitbekommen. "Nachdem du am Telefon so getobt hast, solltest du dich erst einmal abkühlen. Heute Mittag, ehe ich zum Schwimmen gefahren bin, habe ich dich dann angerufen, aber du warst nicht zu Hause. Hast du dich jetzt wieder beruhigt?" Kuno stellte seinen Koffer in aller Ruhe ab und nahm mich in die Arme. "Nein, ich habe mich nicht beruhigt. Weißt du, daß du ein ganz schönes Biest sein kannst, wenn du willst?" Er küßte mich lange und ausgiebig. Eine Antwort auf seine Frage war nicht nötig. Dazu kam ich sowieso nicht mehr. Seine Hände waren überall und wir schafften es nicht einmal mehr in mein Bett. Er liebte mich, als hätte er mich seit Jahren nicht gehabt, dabei war es erst eine Woche her. Es war wie ein Rausch, aus dem ich erst eine ganze Weile später erwachte. So etwas hatte ich noch nicht erlebt.

 

Irgendwie kamen wir wohl doch ins Bett. Ich lag in seinen Armen, den Kopf auf seiner Schulter. Kuno starrte an die Decke und grübelte. "Über was denkst du nach?" fragte ich ihn. "Ach nichts." meinte er und sah mich lächelnd an. "Nichts, über das du dir Sorgen machen mußt. Ich habe mich nur gefragt, was die Zukunft bringt. Wie das alles weitergehen soll. Du hier in Stuttgart und ich zu Hause so weit entfernt von dir." Kuno strich mir über den Kopf und gab mir einen Kuß. "Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht und ich bin der Meinung, daß wir nichts überstürzen sollten. Schließlich hängt an dieser Entscheidung ein sicherer Arbeitsplatz, ein sicheres Einkommen und damit meine Selbständigkeit und Unabhängigkeit. Das bedeutet mir sehr viel, denn ich bin nicht gerne auf jemanden angewiesen. Und das ist sehr wohl etwas, worüber ich mir Sorgen machen muß." Kuno drehte sich zu mir um, rollte sich auf mich und sah mir in die Augen. "Frau, wenn ich dich mit nach Hause nehme, dann nicht weil ich dich von mir abhängig machen will. Ich mag deine Selbständigkeit und ich will sie dir nicht nehmen. Aber wenn wir auf Dauer zusammenbleiben wollen, muß ich mir etwas einfallen lassen. Und dabei geht es nicht nur um deinen Job. Ich denke da beispielsweise an eine größere Wohnung." Er machte sich tatsächlich ernsthafte Gedanken über die Zukunft und er versuchte auch, nicht blind in sein Verderben zu rennen. Jedesmal, wenn vor ihm ein Kerl solche Gedanken geäußert hat, wurde ich unruhig und hatte das Gefühl, daß die Falle zuschnappt. Bei Kuno kam dieses Gefühl garnicht erst auf. Es freute mich sogar.

 

26.11.06 23:12


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